Was bedeutet Bio beim Wein?

Bio boomt. Nicht nur bei den alltäglichen Lebensmitteln sondern auch in der Weinbranche. Von 2004 bis 2011 hat sich weltweit die ökologisch bewirtschaftete Fläche von 88.000 Hektar auf 256.000 Hektar fast verdreifacht. Auch jetzt ist das Thema Bio präsenter denn je. Daher möchten wir Dir einen kurzen Einblick in die Welt der biologischen und biodynamischen Weine geben.

Was ist biologischer Weinbau?

Im Bioweinbau stärkt der Winzer das Ökosystem in seinem Weinberg. Das Ziel ist es, ein ausbalanciertes Ökosystem im Weinberg zu erhalten. Chemisch-synthetische Düngemittel oder Herbizide (Unkrautbekämpfungsmittel) wie Glyphosat werden nicht eingesetzt, um die Umweltbelastung möglichst gering zu halten. 

Bei der Düngung wird auf organische Nährstofflieferanten, wie Humus oder Kompost, zurückgegriffen. Gegen die typischen Pilzkrankheiten im Weinbau darf auch im Bio Weinbau gespritzt werden. In diesem Fall dürfen jedoch nur Schwefel und Kupfer eingesetzt werden. Mittlerweile wird statt Schwefel teilweise auch Backpulver genutzt. Um die Rebe zu stärken und um ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen zu erhöhen werden Pflanzenstärkungsmitteln eingesetzt. Anstelle von den klassischen Unkrautbekämpfungsmitteln wird das Unkraut mechanisch entfernt, zum Beispiel mit Hilfe der Rollhacke. Freie Fläche zwischen den Rebzeilen werden begrünt.  Zum einen um den Boden zu lockern, zum anderen um die Artenvielfalt und damit auch die Nützlinge zu fördern. Hier wächst zum Beispiel Gras, Gerste oder Wicke.

Ein wichtiges Thema beim Biologischen Weinbau ist unter anderem das Klima. In trockenen Gebieten ist es viel leichter biologischen Weinbau zu betreiben als in feuchten Gebieten, da hier die Pilzinfektionsrate deutlich höher ist und eine ständige Bedrohung darstellt.

Auch im Weinkeller gibt es Unterschiede zum konventionellen Weinbau. Beispielsweise sind die Grenzwerte für den maximalen Schwefelgehalt im Wein niedriger festgelegt. Zum anderen dürfen nicht alle verfügbaren Weinbehandlungsstoffe genutzt werden. Zum Teil müssen Sie ökologischen Urprungs sein und z.B. bei den Hefen muss auf Gentechnik verzichtet werden.

Um einen Weinbaubetrieb vom konventionellen Weinbau auf biologischen Weinbau umzustellen werden drei Jahre benötigt.

Biologischer Wein kann zusätzlich zum Bio Siegel durch verschiedene Labels gekennzeichnet sein, bei denen die Weingüter den ökologischen Anbau ihrer Weine zertifizieren lassen können. Beispiele hierfür sind Ecovin oder Bioland. Hier gelten oft noch strengere Auflagen als bei der Standardzertifizierung.

Was ist biodynamischer Weinbau?

Der biodynamische Weinbau basiert auf den Lehren des österreichischen Anthroposophen Rudolf Steiner. Als Basis dienen hier die Methoden aus dem Biologischen Weinbau, ergänzt werden diese jedoch noch von der Philiosophie und der Kosmologie. Die Philosophie im biodynamischen Weinbau lautet: Höchste Qualität im Einklang von Mensch und Natur. Der Weinbergsboden wird als Teil eines Systems betrachtet, welches den Planeten Erde, die Luft und andere Planeten verbindet. Der Grundgedanke ist also, mit Hilfe des Kreislaufgedanken, den landwirtschaftlichen Betrieb als Organismus, also als ein Ganzes, zu sehen. In diesen Kreislauf sollen so wenig fremde Einflüsse von außen wie möglich zugelassen werden. 

Die Arbeitsprozesse im Weingut werden nach irdischen und kosmischen Kräften gezielt gefördert. Zum Beispiel richten sich der Rebschnitt, das Düngen, das Jäten und die Ernte nach einem Aussaatkalender. Um das natürliche Gleichgewicht im Boden aufrecht zu erhalten werden dem Boden die Nährstoffe die die Rebe verbraucht wieder hinzugegeben. Außerdem wird der Boden mit Kompost revitalisiert und mit Mineralien behandelt, damit der Boden wieder zu einem natürlichen Mikroorganismus mit einem natürlichen Gleichgewicht wird. Hier spielt auch die Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität) eine große Rolle.

Die Vitalität der Pflanzen wir durch verschiedene ökologische Präparate gefördert wie z.B. Hornkieselpräparate welche die Pflanzenqualität in Bezug auf Reife und Aroma verbessern sollen. Hierbei wird gemahlenes Quarz in ein Kuhhorn gegeben und über die Sommermonate im Boden eingegraben.

Jedoch gibt es auch noch weitere Präparate, die den Boden, die Organismen und die Pflanzen stärken sollen. Das Ziel ist hierbei unter anderem, dass potenzielle Krankheiten gar nicht erst auftreten sollen, sondern diese direkt im “Keim” erstickt werden sollen.

Wie Du siehst gibt es deutliche Unterschiede bei der Herstellung von Wein, im biologischen und biodynamischen Weinbau fällt außerdem auch mehr Arbeit an als beim konventionellen Weinbau.

Du möchtest organisch produzierte Weine probieren? Hier haben wir eine kleine Auswahl für Dich zusammengestellt:

Weingut Heinrich - Naked White 2018

Weingut Weinreich - Heiter Bis Wolkig 2018

 

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Julia

Julia

Ich bin Julia von amorevino. Product Managerin und Weinliebhaberin.


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